Wenn man an große Hitze denkt, wartet man oft bis zum Sommer, um vorsichtig zu sein. Doch die Gefahr durch die Sonne (die UV-Strahlen) beginnt schon viel früher, bereits ab Ende März. Für Bauarbeiter, die den ganzen Tag draußen arbeiten, sind Hitze und starke Sonne echte Gefahren für die Gesundheit. Zum Glück verpflichtet das Gesetz die Chefs, Schutzmaßnahmen für eure Sicherheit auf den Baustellen zu treffen.
UV-Strahlen: Eine unsichtbare Gefahr, selbst wenn es kühl ist
Man macht oft den Fehler zu glauben, dass die Sonne nur gefährlich ist, wenn es sehr heiß ist. Das stimmt nicht. UV-Strahlen spürt man nicht, und sie dringen sogar durch die Wolken. Die Bauorganisation Constructiv erklärt es genau: Ab Ende März beginnt die Sonne kräftig zu brennen, selbst wenn das Wetter kühl oder bewölkt ist. Wenn ihr stundenlang ohne Schutz in der Sonne arbeitet, riskiert ihr viel:
Sonnenbrand, extreme Müdigkeit oder Kreislaufprobleme.
Augenprobleme und vorzeitige Hautalterung.
Hautkrebs im späteren Leben. Das ist das Gefährlichste, da die Krankheit erst nach vielen Jahren ausbrechen kann.
Hitze auf der Baustelle: Ab wann muss der Chef handeln?
In Belgien besagt das Gesetz: Wenn das Thermometer im Verhältnis zu der von euch verrichteten Arbeit zu hoch steigt, muss der Arbeitgeber zwingend handeln. Achtung, wir sprechen hier nicht von einem normalen Thermometer, sondern von einem Spezialgerät (dem Kugelthermometer), das auch Luftfeuchtigkeit und Wind mitberechnet. Die Gewerkschaft Centrale Générale - FGTB erinnert an die Regeln. Der Chef muss eingreifen, sobald diese Temperaturen überschritten werden:
Über 18°C bei sehr schweren Arbeiten (wie das Ausheben eines Lochs mit der Schaufel oder das Steigen auf Leitern).
Über 22°C bei schweren Arbeiten (wie das Sägen von Hand oder das Schieben einer schweren Schubkarre).
Über 26°C bei mittelschweren Arbeiten (wie Schreinereiarbeiten).
Über 29°C bei leichten Arbeiten (wie Büroarbeit oder Autofahren).
Was euer Chef tun muss, um euch zu schützen
Es liegt in der gesetzlichen Verantwortung des Unternehmens, die Risiken an jedem Arbeitsplatz zu prüfen. In Absprache mit dem Ausschuss für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz (KGS) muss der Chef folgende Lösungen umsetzen:
Schatten und Kappen: Planen oder Sonnenschirme aufstellen, um im Schatten zu arbeiten, und passende Kappen oder Nackenschützer verteilen.
Gratis Wasser: Allen kühle und kostenlose Getränke zur Verfügung stellen. Man muss regelmäßig trinken, auch wenn man keinen Durst hat.
Arbeitszeiten anpassen: Früher anfangen, um die Arbeit in den heißesten Stunden zu vermeiden, häufige Pausen im Schatten einlegen und, wenn es wirklich zu gefährlich ist, Schlechtwetter-Arbeitslosigkeit nutzen.
Das Wetter prüfen: Der Chef muss jeden Morgen den UV-Index prüfen und das Team informieren, damit ihr euch vor Arbeitsbeginn mit Sonnencreme eincremt.
Kurz gesagt: Wenn es auf den Baustellen heiß ist, müssen wir aufeinander aufpassen, und der Chef muss alles so planen, dass die Arbeit sicher bleibt.